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Zahl der Kindeswohlgefährdungen steigt erneut
Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland ist erneut deutlich gestiegen. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde 2025 bei rund 79.800 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt – zehn Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Höchststand.
So alarmierend diese Entwicklung zunächst klingt, zeigt sie auch, dass wir genauer hinsehen: Eine wachsende Sensibilität bei Polizei und Justiz, in Schulen und Kitas, aber auch bei Nachbar*innen, Angehörigen und Freund*innen trägt dazu bei, dass Gewalt und Vernachlässigung weniger als Privatsache betrachtet werden und mehr betroffene Kinder Hilfe erhalten. "Kinderschutz geht auch Sie und mich etwas an, als Nachbarin oder als Familienangehöriger, also auch die Bevölkerung meldet Verdachtsfälle – und das ist ganz wichtig", sagt Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.
In 91 Prozent der festgestellten Fälle wurde ein Hilfe- und Schutzplan vereinbart, um Kinder zu schützen und Familien zu unterstützen. Gerade deshalb sehen wir mit großer Sorge auf die aktuellen Sparvorhaben in der Kinder- und Jugendhilfe. Vielerorts fehlen den Jugendämtern schon heute Personal und finanzielle Mittel für präventive Angebote, die verhindern können, dass aus belastenden Situationen akute Krisen werden. Dass heute mehr Kinder Hilfe erhalten und Gefährdungen verhindert werden können, ist eine wichtige Entwicklung, die wir nicht aus Kostengründen aufs Spiel setzen dürfen. Kinder können sich in solchen Situationen nicht selbst helfen. Sie sind darauf angewiesen, dass Erwachsene hinsehen, Verantwortung übernehmen und funktionierende Hilfesysteme bereitstehen. Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung ist kein „Nice-to-have“, sondern ein verbrieftes Recht von Kindern und Jugendlichen.
Kinderschutzbund Bundesverband 17.08.2026
Quellen:
Meldung Statistisches Bundesamt
Deutschlandfunk







